Views in Transition 2016

Workshop-Teilnehmer*innen in Uganda fotografieren ihren Alltag und tauschen ihre Perspektiven aus. Das Projekt leistet einen Beitrag zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit im Umgang mit HIV/Aids und Menschen mit Behinderung.

Kinder in Uganda im Freien

HIV ist in Uganda ein ständig wachsendes Problem, das für die Betroffenen nicht nur gesundheitliche Auswirkungen hat, sondern auch eine schwerwiegende soziale Belastung darstellt: Neben der täglichen Herausforderung, mit dem Virus zu leben, ist ihr Alltag von Ausgrenzung und Stigmatisierung bestimmt. Ein ähnliches Problem besteht auch für Menschen mit geistigen oder körperlichen Behinderungen. Meist von ihren Familien versteckt, leben sie ausgeschlossen von der Gesellschaft und ohne entsprechende Betreuung. Der allgemeinen Öffentlichkeit mangelt es an einem bewussten und sensiblen Umgang mit HIV und Menschen mit Behinderung. Daher sind Bildungsinitiativen dringend notwendig: Hier setzt das Projekt Views in Transition an.

Gemeinsam arbeiten die Organisationen YAWE, Perspektive für Kinder und ipsum mit verschiedenen Gruppen in und um Fort Portal. Ziel ist es, mithilfe von fotografisch-visuellen Methoden Dialogprozesse anzustoßen und bestehende Vorurteile gegen HIV/Aids und Menschen mit Behinderung aufzudecken und zu hinterfragen. Die Fotografie dient hierbei als Medium für einen wechselseitigen Lernprozess zwischen Betroffenen und ihrem Umfeld.

Ein zentraler Aspekt in der Projektkonzeption besteht darin, dass die Partnerorganisationen ihre jeweilige Expertise einfließen lassen: Die Teams von YAWE und Perspektive für Kinder verfügen über langjährige medizinische und psychotherapeutische Erfahrung im Bereich HIV/Aids. Das Team von ipsum hat umfassende Kompetenzen und Erfahrungen im Bereich interkulturelle Kommunikation und Gender-Mainstreaming durch fotografisch-visuelle, Kooperations- und Partizipationsmethoden sowie Theaterpädagogik.

In Workshops fotografieren die Teilnehmer_innen in ihrem Alltag, tauschen ihre Fotos gegenseitig aus und erzählen sich ihre Geschichten dazu. Sie sind mit ihren Herausforderungen im täglichen Leben nicht mehr alleine und sehen, wie andere Menschen mit ähnlichen Problemen umgehen. Sie machen ihre eigene Perspektive im Gruppenprozess sichtbar und können damit an die Öffentlichkeit treten. Die dialogische Einbindung der Menschen im Umfeld trägt zu einem respektvolleren Miteinander im Alltag bei: Vielfältige Perspektiven (Views) werden sichtbar und gelangen durch Dialog in Bewegung (Transition).

Nach Abschluss des Projektes werden die entstandenen Arbeiten im Sommer 2017 auch in Innsbruck gezeigt: Besucher*innen haben vor Ort Gelegenheit, mit Mitgliedern von ipsum ins Gespräch zu kommen und sich über das Projekt zu informieren.

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